Ringvorlesung: Wintersemester 2025-26

Digital Humanities im Fokus: Methoden, Anwendungen und Perspektiven

Semesterprogramm 2025–26

Die Ringvorlesung fand regelmäßig montags während der Vorlesungszeit von 17:15 bis 18:45 Uhr statt. Der Veranstaltungsort war im Philologicum (ehem. Alte Physik), das sich am Universitätsplatz 3 befindet, im Großen Hörsaal (2. Stock) sowie online über Zoom.

Vorträge

Kein Backend, kein Problem! Wie bringen wir Inhalte lange ins Netz?

Die Referenten sprechen vor Ort.

Abstract:

Die Resultate geisteswissenschaftlicher Forschung, aber auch die zu ihrer Erarbeitung wichtigen Arbeitsmittel und Werkzeuge erscheinen heute nicht mehr vorrangig in Buchform. Stattdessen werden vielgestaltige digitale Ressourcen entwickelt und veröffentlicht, deren Stabilität nicht per se gegeben ist. Akzentuiert wird die Problematik zumeist durch projektgebundene Finanzierung und den damit einhergehenden Ressourcendruck jenseits der jeweiligen Laufzeit. Als forschungsnahe Supporteinheit einer Universität (Data Science Lab der Universität Bern, DSL) sind wir mit den Herausforderungen der langfristigen Bereitstellung und Pflege solcher Publikationen regelmäßig direkt konfrontiert. Der Vortrag beleuchtet unsere primäre Herangehensweise anhand einer digitalen Edition. Da sie dem jeweiligen Gegenstand möglichst gut gerecht werden soll, ist diese Publikationsform in der Regel zugleich hochspezifisch und relativ komplex. Neben adäquater Präsentation der zu edierenden Materialien umfasst sie oftmals maßgeschneiderte Such- und Filterfunktionalitäten, mehrstufige Adressierungssysteme und Austauschschnittstellen (APIs).Unter dem Leitmotiv „Kein Backend, kein Problem!“ und anhand der neuen digitalen Berner Parzival-Edition präsentieren wir einen Ansatz, mit dem eine vollständig statische Website entsteht, ohne auf zentrale Funktionen moderner Webanwendungen zu verzichten. Klassische Server-Aufgaben werden konsequent in Preprocessing-Pipelines, in den Build-Prozess und auf den Client verlagert: Die komplexe TEI-Publisher-Anwendung (inklusive nativer XML-Datenbank eXist) wird nur kurzzeitig in Betrieb genommen, als Grundlage für die Generierung benötigter Outputs. Diese werden während des Builds erzeugt und als statische Assets ausgeliefert. Die Suche läuft vollständig im Browser. Der Build wird automatisiert über GitHub Actions; die Webanwendung basiert auf Svelte und SvelteKit. Wo Server-Komponenten nötig bleiben – etwa für hochaufgelöste Faksimiles – greifen wir auf projektübergreifende Services wie den IIIF-Dienst der Universitätsbibliothek zurück. Der Weg zu dieser Architektur war geprägt von technischen, konzeptionellen und organisatorischen Roadblocks. Wir diskutieren diese Herausforderungen, unsere Lösungsstrategien und die daraus gewonnenen Erkenntnisse für nachhaltige digitale Editionen in den Digital Humanities.

Kurzbio:

Sebastian Flick ist Research Software Engineer am Data Science Lab der Universität Bern, wo er seit 2020 digitale Forschungsprojekte mitentwickelt und die Digital Humanities der Universität technisch begleitet. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre als Frontend-Entwickler in Agenturen. Seine Schwerpunkte liegen auf webbasierten Frontend-Technologien, insbesondere auf dem Framework Svelte, sowie auf der Konzeption und Entwicklung benutzerzentrierter Forschungsoberflächen. Methodisch und praktisch befasst er sich mit interaktiven Interfaces – etwa für Chatbots und digitale Editionen – sowie mit Anwendungen für GLAM-Institutionen. In aktuellen Projekten verbindet er Softwareentwicklung mit geisteswissenschaftlichen Anforderungen und trägt so zu nachhaltiger digitaler Forschung in den Geisteswissenschaften an der Uei.

Peter Dängeli studierte Geschichte (lic. phil. hist., Bern) und Digital Humanities (MA, Maynooth). Am Cologne Center for eHumanities (2013-2022) und als Kollegiat am Wuppertaler DFG-Graduiertenkolleg Text - Dokument - Edition (2019-2022) erwarb er breite Erfahrung in DH und in der Konzeption und Entwicklung digitaler Editionen. Diese Bereiche bilden auch den Kern seiner aktuellen Beschäftigung am Data Science Lab der Universität Bern, wo er gegenwärtig in verschiedenen Forschungsprojekten und -kooperationen entwickelnd und beratend tätig ist (digitale Editionen Alice Ceresa, Annemarie Schwarzenbach, J.-W. Simler, Akten des Konzils von Ephesus 431, Parzival; République des Lettres (vormals hallerNet), Humboldts Ansichten der Natur). Die Suche nach adäquaten methodischen Lösungen und deren technischen Umsetzungen in den Projekten und das eigene Interesse an der Transformation und Differenzierung von Text und Daten prägen den Arbeitsalltag gleichermaßen. Daneben gewinnen praktische Fragen der Langzeitverfügbarkeit und darauf ausgerichteter Organisations- und Architekturentscheidungen fortlaufend an Bedeutung.


Kontakt

Digital Humanities
Institut für Germanistik
Universitätsplatz 3, Philologicum
18055 Rostock

E-Mail: phf.dhuni-rostockde

Ringvorlesung:

Digital Humanities im Fokus

Zoom-Link
Meeting ID: 630 4747 2241
Passwort: 430211

Veranstaltungsort SoSe 2026
Philologicum
Großer Hörsaal (2. OG)
Universitätsplatz 3
18055 Rostock

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