Das Zentrum Musik - Edition - Medien (ZenMEM) und der Virtuelle Forschungsverbund Edirom (ViFE) luden vom 08. bis zum 12. September wieder zur Edirom Summer School im Heinz-Nixdorf-Institut der Universität Paderborn ein. Auch in diesem Jahr widmeten sich die Teilnehmer:innen erneut verschiedensten Forschungsfragen zur digitalen Editionsarbeit der Musikwissenschaft. Ein breitgefächertes Programm bot sowohl Anfänger:innen als auch Fortgeschrittenen eine umfangreiche Auswahl an Workshops und Präsentationen, so z.B. eine Einführung in das Tool Edirom-Online und der Auszeichnungssprache XML sowie ihren Standards TEI und MEI.
Eröffnet wurde die Veranstaltung, die bereits zum 16. Mal stattfand, am Abend des 08. Septembers durch Jun.-Prof. Dr. Ulrike Henny-Krahmer. In ihrer Keynote mit dem Titel „Zarzuela, Sainete, Entremés: das komische Musiktheater in der digitalen Gattungsanalyse“ sprach sie über drei Gattungen des spanischsprachigen Musiktheaters, die bisher noch nicht im Rahmen der Computational Literary Studies untersucht worden sind.
Auf der Grundlage des Textkorpus ArDraCor, dem ersten digitalen, lateinamerikanischen Korpus zum argentinischen Drama, das sich derzeit im Aufbau befindet, skizzierte Henny-Krahmer Ansätze für eine Analyse von Musikkomödien mit digitalen Methoden. Dabei stellte sie insbesondere das 1889 erschienene Werk De paseo en Buenos Aires. Bosquejo local en dos actos y diez cuadros von Justo S. López de Gomara vor, das bereits für das entstehende Korpus aufbereitet wurde. Obwohl es schon zahlreiche digitale Korpora von Dramentexten gibt, die vor allem in der Plattform DraCor veröffentlicht sind, ist das Musiktheater mit seinem Wechsel zwischen gesprochenen und gesungenen Passagen und dem zentralen Einbezug von Musik in die Aufführung bisher noch nicht umfänglich mit digitalen Methoden analysiert worden.
Der Vortrag wollte genau dazu anregen und so gab es auch einige Anregungen von den anwesenden Musikwissenschaftler:innen im Publikum, wie man die computergestütze Analyse des Musiktheaters weiterentwickeln könnte.
Die Präsentationsfolien der Keynote sind über Zenodo aufrufbar. Sie finden Sie hier.


