Bisherige Lehrveranstaltungen

SS 2022


Stilometrische Analysen der Romane Walter Kempowskis

Donnerstag: 13:15 - 14:45, wöchentlich (ab 07.04.2022)

In autobiographisch geprägten Romanen schildert Walter Kempowski die Geschichte seiner Familie und des deutschen Bürgertums. Dabei entwickelt er eigene Techniken, Textabschnitte verschiedener Themen und Art collagenartig zu verbinden und so für sich wirken zu lassen. Beschrieben wird sein Stil auch als lakonisch, hintergründig und implizite Wertungen vornehmend. Im Seminar wird der Stil Walter Kempowskis auf zweierlei Weise in den Blick genommen: einmal durch eine stilistische Analyse des Romans “Ein Kapitel für sich”, ausgehend von eingehender Lektüre, und auf der anderen Seite durch digitale stilometrische Analysen, die quantitativ ausgerichtet sind. Dabei werden alle Romane Kempowskis einbezogen auch auch mit Romanen anderer Autoren verglichen. Es ergeben sich daraus eine Diskussion unterschiedlicher Stilbegriffe, die den jeweiligen Methoden zugrundeliegen und verschiedene Perspektiven auf den Stil von Kempowskis Romanen.

Digitale Editionen

Donnerstag: 09:15 - 10:45, wöchentlich (ab 07.04.2022)

Mit digitalen wissenschaftlichen Editionen werden wissenschaftlich fundierte Ausgaben von Texten als Grundlage für Lektüre, Lehre und weitere Forschung in digitaler Form erarbeitet und bereitgestellt. Aufgrund ihrer besonderen medialen Form folgen sie dabei einem anderen Paradigma als gedruckte Ausgaben, sowohl in theoretischer und methodischer als auch in praktischer Hinsicht. Im Seminar geht es zunächst um eine theoretische Auseinandersetzung mit digitalen Editionen – was macht sie besonders und wie können sie gegenüber Druckeditionen bestimmt werden? Wie zeigt sich dies anhand existierender literaturwissenschaftlicher digitaler Editionen? Welche Herausforderungen ergeben sich durch eine Erarbeitung und Präsentation im digitalen Medium? Bestehende digitale Editionen werden gesichtet und anhand von Kriterien beschrieben, die von verschiedenen Seiten für die Begutachtung digitaler Editionen vorgeschlagen wurden. Dabei sollen auch die Kriterien selbst diskutiert werden und ein praktischer Einblick in die Methoden des digitalen Edierens gegeben werden.
 

WS 2021/22


Digitale Textanalyse

Donnerstag: 13:15 - 14:45, wöchentlich (ab 14.10.2021)

Bei der digitalen Textanalyse werden digitalisierte Texte computergestützt beschrieben und analysiert. Im Sinne eines “close reading” kann der Computer dabei ein Hilfsmittel darstellen, um einzelne Texte oder kleine Textsammlungen systematisch zu analysieren. Auf der anderen Seite werden unter dem Stichwort “distant reading” Ansätze verstanden, bei denen sehr große Textmengen digital und quantitativ analysiert werden. Im Seminar wird die Bandbreite der digitalen Textanalyse vorgestellt, wobei einerseits der Arbeitsablauf in den Blick genommen wird, der von der Digitalisierung von Texten über die Korpusbildung, Annotation, Analyse und Interpretation hin zur Visualisierung von Ergebnissen reicht. Auf der anderen Seite wird – auch mit praktischen Beispielen – ein Überblick gegeben über vorhandene Methoden und Werkzeuge zur digitalen Analyse literarischer Texte und es soll diskutiert werden, was deren Voraussetzungen und Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen und Grenzen sind.

Literarische Texte codieren und verarbeiten mit XML

Donnerstag: 09:15 - 10:45, wöchentlich (ab 14.10.2021)

In dem Seminar werden grundlegende Kenntnisse der digitalen Textcodierung mit der Extensible Markup Language (XML) vermittelt. Die allgemeine Auszeichnungssprache XML ist die Grundlage für verschiedene XML-Vokabulare zur Beschreibung von Daten und Texten und wird in den digitalen Geisteswissenschaften vielfach eingesetzt. Mit XML wird es möglich, Texte unabhängig von ihrer späteren Präsentation zu erfassen und zu repräsentieren, wodurch sich vielfältige Interpretations- und Verarbeitungsmöglichkeiten ergeben. Im Fokus des Seminars steht der auf XML basierende Standard TEI, der von der Text Encoding Initiative (https://tei-c.org/) bereitgestellt wird. Dabei wird insbesondere auf die TEI-Module eingegangen, die für die Codierung literarischer Texte (Erzähltexte, Dramen, Gedichte) besonders relevant sind. Auch wird ein Einstieg in die weitere, computergestützte Verarbeitung von in XML codierten Texten gegeben.

Jun.-Prof. Ulrike Henny-Krahmer

Institut für Germanistik
Gertrudenstraße 11, Torhaus
18057 Rostock

Tel.: 49(0)381 498 2555
E-Mai: ulrike.henny-krahmeruni-rostockde