Prof. Dr. Andreas Bieberstedt

Professor für Niederdeutsche Sprache und Literatur

Profil

Der Name der von mir vertretenen Professur beschreibt den inhaltlichen Schwerpunkt meiner Arbeit: die niederdeutsche Sprache und Literatur in ihren gegenwärtigen Erscheinungsformen und in ihrer historischen Entwicklung. In sprachhistorischer Hinsicht stehen dabei vor allem die mittelniederdeutschen Schreibsprachen des 14. bis 16. Jahrhunderts sowie die Syntax und die Textsorten des Mittelniederdeutschen im Zentrum des Interesses. Bezogen auf das gegenwärtige Niederdeutsch interessieren mich vor allem Phänomene des niederdeutsch-hochdeutschen Sprachkontakts und der Sprachvariation im norddeutschen Sprachraum sowie des rezenten Sprachwandels im urbanen Bereich. Mit diesen Schwerpunktsetzungen lässt sich die Professur für niederdeutsche Sprache und Literatur in den übergeordneten Kontext der Variationslinguistik, Sprachkontaktforschung und neueren Dialektologie, speziell der Dialektsoziologie und Sprecherdialektologie, aber auch der germanistischen Mediävistik und historischen Dialektforschung einordnen.


Aktuelle Publikationen

  • Arendt, B. / Bieberstedt, A. / Ehlers, K. H. (Hgg.) 2016: Regionales Sprechen in Mecklenburg-Vorpommern. Dialekt und Regionalsprache im sozialen und historischen Kontext. Frankfurt a. M. (Regionalsprache und regionale Kultur im Wandel. Mecklenburg-Vorpommern im ostniederdeutschen Raum; 1)
  • Bieberstedt, A. / Ruge, J. / Schröder, I. (Hgg.) 2016: Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum. Frankfurt a. M. (Sprache in der Gesellschaft)
  • Bieberstedt, A. / Ruge, J. / Schröder, I.: Kontaktinduzierte sprachliche Variation in der Hamburger Peripherie. Ein Modell zur Messung sprachlicher Konvergenz. In: Bieberstedt, A. / Ruge, J. / Schröder, I. (Hgg.) 2016: Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum. Frankfurt a. M. (Sprache in der Gesellschaft)
  • Sprachlicher Lebenslauf und Sprachbiographie: Versuch einer sprachbiographischen Modellbildung. In: Jürgens, C. / Schröder, I. (Hgg.) 2016: Sprachliche Variation in autobiographischen Interviews. Theoretische und methodische Zugänge. Frankfurt a. M. (Sprache in der Gesellschaft)
  • „Das hieß dann, die können kein richtiges Deutsch in der Schule.“ Autobiographische Äußerungen Hamburger Dialektsprecher zu ihrer schulischen Sprachsozialisation. In: Bieberstedt, A. / Ruge, J. / Schröder, I. (Hgg.) 2016: Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum. Frankfurt a. M. (Sprache in der Gesellschaft)
  • Dialektalität im Generationenvergleich. Phonetisch-phonologischer Sprachwandel in den Äußerungen niederdeutscher Dialektsprecher aus Kirchwerder (Hamburg). In: Bieberstedt, A. / Ruge, J. / Schröder, I. (Hgg.) 2016: Hamburgisch. Struktur, Gebrauch, Wahrnehmung der Regionalsprache im urbanen Raum. Frankfurt a. M. (Sprache in der Gesellschaft)
  • Variablenlinguistische Beobachtungen zu den mittelniederdeutschen Schreibsprachen des südlichen Ostseeraumes: Wismar und Stralsund als Beispiele. In: Schmid, H. U. / Ziegler, A. (Hgg.) 2015: Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte. Bd. 6: Deutsch im Norden. Berlin / New York, S. 88–115.
  • Reynke Vosz de olde (Rostock 1539). Methodische Überlegungen zur Neuübersetzung eines mittelniederdeutschen Klassikers. In: Buschmann, A. (Hg.) 2015: Gutes Übersetzen. Ein Dialog zwischen Praxis und Theorie. Berlin / New York, S. 361–386.
  • „In meinem Elternhaus wurde nur Plattdeutsch gesprochen.“ Sprachbiographische Konzeptionen Hamburger Dialektsprecher zum frühen Spracherwerb. In: Langhanke, R. (Hg.) 2015: Sprache, Literatur, Raum. Festgabe für Willy Diercks. Bielefeld, S. 205–237.

Eine vollständige Publikationsliste finden Sie hier.


Vita

Ich habe an der Universität Rostock sowie am University College Cork (Irland) studiert. Dem Studienabschluss als Magister folgte 1997 eine Lehrtätigkeit an der Universität Lettlands in Riga. Seit 1998 war ich Stipendiat eines Graduiertenkollegs an der Universität Tübingen, anschließend tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für deutsche Philologie der Universität Greifswald. 2002 erfolgte eine Promotion im Bereich germanistische Mediävistik. Von 2003 bis 2009 war ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hamburg beschäftigt und forschte dort über den rezenten Dialektwandel in der Metropolenregion Hamburg. Seit 2009 habe ich die W2-Professur für niederdeutsche Sprache und Literatur am Institut für Germanistik der Universität Rostock inne.

Eine ausführlichere akademische Vita finden Sie hier.

Prof. Dr. Andreas Bieberstedt

Institut für Germanistik
Am Reifergraben 4
18055 Rostock
Raum 101

Tel.: 49(0)381 498-2550
E-Mail: andreas.bieberstedt(at)uni-rostock.de

Sprechzeit

im WS 2017/18

Do., 16.00–18.00
sowie nach Absprache