Wortfamilien diachron (WoDia)

Eine Forschungsumgebung zur historischen Wortbildung des Deutschen

Das Projekt „Wortfamilien diachron” (WoDia) zielt darauf ab, eine digitale Forschungsumgebung zu schaffen, die den Wortschatz des Althochdeutschen, Mittelhochdeutschen, Altsächsischen und Mittelniederdeutschen auf Einzelwortebene sowie über die zugehörigen Wortfamilien epochen- und varietätenübergreifend verknüpft. Für jedes Lemma wird eine Strukturformel geboten, an der sich die Wortbildungseinheiten und die Hierarchie der Wortbildungsschritte ablesen lassen. Die Datenbasis für WoDia bildet der Wortschatz aus den Referenzwörterbüchern der historischen Varietäten. Dieser wird mit den Online-Ressourcen der Wörterbücher im Trierer Wörterbuchnetz verlinkt. Für bislang noch nicht online zugängliche Wörterbücher wie das von Agathe Lasch begründete „Mittelniederdeutsche Handwörterbuch“ wird im Laufe des Projektes eine digitale Bereitstellung im Wörterbuchnetz erarbeitet. Zudem erfolgt eine Verknüpfung des Wortschatzes in WoDia mit den Lemmata in den Referenzkorpora zur deutschen Sprachgeschichte.

WoDia ermöglicht die Untersuchung von Wandelprozessen des historischen Wortschatzes durch die Beobachtung von Veränderungen der Wortfamilien und des Gebrauchs der einzelnen Wortbildungsmittel. Die Hauptziele von WoDia liegen in der Ergänzung der lexikographischen Beschreibung der historischen Wortschätze durch eine wortfamilienbezogene Strukturierung und in der wortbildungsmorphologischen Analyse der historischen Wortschätze. Die Ergebnisse werden in einer online frei zugänglichen Datenbank zur Verfügung gestellt. Mithilfe spezifischer Abfragen können sich die Nutzenden die Datenbasis für ihre Analysen zur Lexikologie und Wortbildungsmorphologie des historischen Deutschen zusammenstellen.

Das WoDia-Projekt wird an vier Projektstandorten durchgeführt: an der Universität Rostock, der Universität Hamburg, der Goethe-Universität Frankfurt am Main und am Kompetenzzentrum – Trier Center for Digital Humanities.

Projektleitung


Prof. Dr. Sarah Ihden
sarah.ihden@uni-rostock.de
Mitarbeiterseite

Projektmitarbeiter


Johanna Wittmack M.A.
johanna.wittmackuni-rostockde
Mitarbeiterseite

Studentische Hilfskräfte (SHKs)


Lara Marie Stapel B.A
 

Publikationen

  • Burch, Thomas / Gippert, Jost / Ihden, Sarah / Kwekkeboom, Sarah / Plate, Ralf / Schnee, Lena / Schröder, Ingrid / Schuhmann, Roland / Wittmack, Johanna (i. E.): Neue Wege in der Analyse der historischen Wortbildung des Deutschen. Aufbau und Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Forschungsumgebung ‚Wortfamilien diachron‘ (WoDia). In: Brunner, Annelen / Hansen, Sandra / Lang, Christian / Tu, Ngoc Duyen Tanja / Wolfer, Sascha (Hrsg.): Deutsch im Wandel – Tools, Ressourcen und Methoden. Beiträge zur Methodenmesse der 61. Jahrestagung des Leibniz-Instituts für deutsche Sprache. Mannheim: IDS-Verlag (IDSopen).
  • Ihden, Sarah / Schnee, Lena / Schröder, Ingrid / Wittmack, Johanna (2024): Das Projekt „Wortfamilien diachron“. Zum Aufbau einer Forschungsumgebung für die historische Wortbildung des Deutschen. In: Niederdeutsches Wort.

 

Vorträge

  • Ihden, Sarah / Schnee, Lena / Schröder, Ingrid / Wittmack, Johanna: Das Potenzial der digitalen Forschungsumgebung WoDia für die historische Wortbildungsforschung. Dargestellt am Beispiel der Movierungssuffixe im Mittelniederdeutschen. Im Rahmen der 17. Jahrestagung der Gesellschaft für Germanistische Sprachgeschichte mit dem Rahmenthema "Sprachenvielfalt im Wandel der Zeit: Historische Perspektiven auf Mehrsprachigkeit und Sprachkontakt" vom 08.-10. Oktober 2025 an der Universität Hamburg.
  • Schnee, Lena / Wittmack, Johanna: Historische Wortbildungsforschung digital: Wortfamilien diachron (WoDia). Im Rahmen der 137. Jahresversammlung des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung vom 9.-12. Juni 2025 in Hamburg.

Kontakt

Prof. Dr. Sarah Ihden
Institut für Germanistik
Philologicum, Zwischenebene zum 2. OG, Raum 204
Universitätsplatz 3
18055 Rostock

E-Mail: sarah.ihdenuni-rostockde