Lectures that Link

Vorlesungsreihen als Knotenpunkte der Interaktion in den digitalen Geisteswissenschaften

Vorlesungsreihen sind ein etabliertes Format an Universitäten und Fachhochschulen, das häufig dazu dient, die wissenschaftliche Kommunikation in einem bestimmten Forschungsbereich zu fördern, aber auch Akteure aus benachbarten Disziplinen, Studierende sowie eine interessierte Öffentlichkeit einzubeziehen. Als ein historisch verwurzeltes Format, das aus dem Wesen der Universitätskultur und der Lehre selbst hervorgegangen ist, sind sie heute in nahezu allen Fächern zu finden – so auch in den Digital Humanities (DH). Dort finden sich inzwischen eine Vielzahl von Reihen, wie die UCLDH Seminar Series am University College London, die Seminars in Digital and Public Humanities an der Ca' Foscari Universität Venedig oder das Digital Humanities – Aktuelle Forschungsthemen-Kolloquium an der Universität zu Köln. Dieser Trend, der zum Teil durch die anhaltenden Zunahme von Online- und hybriden Lehrmethoden vorangetrieben wird, hat sich seit den späten 2010er Jahren beschleunigt.

Das Projekt ist Teil der Forschung an der Juniorprofessur für Digital Humanities und wird von den RosDH-Mitgliedern Ulrike Henny-Krahmer, Erik Renz sowie dem assoziierten Mitglied Fernanda Wolff (geb. Alvares Freire) durchgeführt. Die Arbeiten an dem Projekt begannen im November 2024. Derzeit befindet es sich in einer frühen Entwicklungsphase, und für die weitere Durchführung ist die Einwerbung von Drittmitteln vorgesehen.

Mit dem Projekt Lectures that Link wird ein Rahmen zur Erfassung und Analyse von Vortragsformaten – insbesondere von Ringvorlesungen – im Bereich der Digital Humanities entwickelt. Ausgehend von der Annahme, dass Vortragsreihen eine zentrale Rolle als Knotenpunkte des interdisziplinären Austauschs spielen, vergleichbar mit Beiträgen auf DH‑Konferenzen oder in Fachzeitschriften, verfolgt das Projekt das Ziel, Einblicke in thematische Entwicklungen, institutionelle Netzwerke und die Dynamik wissenschaftlicher Diskurse zu gewinnen. Denn obschon derartige Formate weit verbreitet sind, wurden sie bislang kaum als Forschungsdatenquelle genutzt. Lectures that Link nimmt sich dieser Lücke an, indem Metadaten zu Vortragsreihen in ein maschinenlesbares Format überführt werden, mit der Absicht, eine nachhaltige und offen zugängliche Datensammlung für die DH‑Community zu schaffen.

Hierfür hat das Projekt ein XML‑Schema entwickelt, das sich an den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) orientiert. Es erfasst zentrale Metadaten zu einzelnen Vorträgen – darunter Titel, Datum, Name und institutionelle Zugehörigkeit der Vortragenden sowie das Veranstaltungsformat (Präsenz, hybrid oder online) – und ordnet diese in einer hierarchischen Struktur an. Dadurch wird eine detaillierte Darstellung jedes Vortrags und seines Kontexts möglich. Durch die Kodierung von Veranstalter:innen und Institutionen (mit Namen und geografischer Lage) sowie von Abstracts, Forschungsfeldern und spezifischen Themen ermöglicht das Modell unterschiedliche Analysen darüber, wie Vortragsreihen die Forschungsagenda der Digital Humanities gestalten und verbreiten.

In einer ersten Projektphase wurde ein Grundkorpus aufgebaut, das den Zeitraum von 2014 bis 2025 abdeckt und sich auf europäische Vortragsformate in englischer, deutscher, italienischer, französischer und spanischer Sprache konzentriert. Dieses Korpus wird nun kontinuierlich erweitert und liefert erste Informationen zu einer Auswahl von Veranstaltungen, welche oft nur flüchtig dokumentiert sind oder auf verschiedenen Webseiten verstreut vorliegen. Durch quantitative Analysen der gesammelten Daten macht Lectures that Link sodann sichtbar, wie DH‑Vortragsreihen Institutionen, Forschende, Disziplinen und Themen miteinander verbinden – und etabliert diese Formate als beständige, datenreiche Ressourcen für die geisteswissenschaftliche Forschung.

Projektleitung (in alphabetischer Reihenfolge)

Jun.-Prof. Dr. Ulrike Henny-Krahmer
Universität Rostock
ulrike.henny-krahmeruni-rostockde

Erik Renz
Universität Rostock
erik.renzuni-rostockde

Fernanda Wolff (geb. Alvares Freire)
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
fernanda.wolffbbawde

Mitwirkende (in alphabetischer Reihenfolge)

  • Magdalena Victoria Basedow (Universität Rostock, Deutschland)
  • Charlotte Grünig (Universität Rostock, Deutschland)
  • Helene Henriette Kamrath (Universität Rostock, Deutschland)
  • Victoria Khalzova-Murken (Universität Rostock, Deutschland)
  • Henny‑Krahmer, Ulrike, Fernanda Alvares Freire und Erik Renz. 2025. Lectures That Link. Software und Daten. Zenodo. https://doi.org/10.5281/zenodo.15769950.
     
  • Henny‑Krahmer, Ulrike, Fernanda Alvares Freire und Erik Renz. 2025. "Lectures that Link: Analyzing European Lecture Series as Nodes of Interaction in the Digital Humanities." magazén: International Journal for Digital and Public Humanities 6 (2): 1–22. http://doi.org/10.30687/mag/2724-3923/2025/02/001.
     
  • Henny‑Krahmer, Ulrike, und Erik Renz. 2026. "DH as Linked Communities: A Comparison of Participants at Annual Conferences and in Lecture Series in Germany, Austria, and Switzerland." In EADH 2026: Linking Europe: Digital Humanities Without Borders. Book of Abstracts. [Upcoming.]
     
  • Renz, Erik. 2025. "Aus dem Off: Ringvorlesungen und ihr Nutzen als Forschungsdatenquelle in den Digital Humanities." In FORGE 2025: Daten neu denken. Book of Abstracts, hrsg. von Ulrike Henny-Krahmer, Antje Theise und Patrick Helling, 254–264. DOI: 10.5281/zenodo.17178246.

Kontakt

Digital Humanities
Institut für Germanistik
Universitätsplatz 3, Philologicum
18055 Rostock

E-Mail: phf.dhuni-rostockde

Ringvorlesung:

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Meeting ID: 630 4747 2241
Passwort: 430211

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Philologicum
Großer Hörsaal (2. OG)
Universitätsplatz 3
18055 Rostock

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